Alle kannten ihn, alle schätzten ihn sehr. Und wie sehr, das wurde deutlich beim Spalier zu Ehren von Klaus Jesse, der nach 22 Jahren am Schulzentrum Süd in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet wurde.
Hunderte Schülerinnen und Schüler standen nebeneinander in zwei gegenüberliegenden Reihen auf dem Weg vom hinteren Schuleingang zum Mobilbau. Als er durch den Eingang trat, brandete tosender Applaus auf. Klaus Jesse war die Freude anzusehen, doch blieb er auf seinem Weg, wie ihn alle kannten: das freundliche, Ruhe ausstrahlende Lächeln, der schnelle, für sein Alter beachtliche Fitness widerspiegelnde Gang und ein wertschätzendes Nicken für jede Rose, die er erhielt, und jedes freundliche Wort zum Abschied. Dazu gab es, passend zu seinen Jahren als Techniklehrer, eine Werkzeugkiste aus Holz, in die er von Schülerinnen und Schüler geschenkte Werkzeuge legte.
An der Tür zum Obergeschoss des Mobilbaus angelangt, dankte Klaus Jesse, sichtlich gerührt, allen, die ihn als Lehrer begleitet haben, für die unvergessliche Zeit, bevor Schulleiter Claus Schroeder die Anwesenden zu einer Rakete aufforderte: Klatschen, stampfen und laut jubeln für einen, den viele vermissen werden.



Bei der anschließenden Feier mit dem Kollegium in der Mensa erfuhr man aus Claus Schroeders Rede erstaunliche Fakten über Klaus Jesses Leben: Nach seinem Realschulabschluss machte er zunächst eine Schlosser-Ausbildung und arbeitete als Metallbauer, bevor er Biologie, Chemie und Sport studierte. Durch eine Empfehlung kam er 2004 an die Hauptschule Süd, wo er viele Jahre die Schülerfirma Fahrrad leitete und ab dem Start der Oberschule 2013 auch seine Fähigkeiten im Bereich Metalltechnik einbrachte und sogar einen Schweißkurs für Lehrkräfte anbot. Beeindruckend waren auch stets seine Schwimmleistungen, besonders im Tauchen. Als Klassenlehrer unterrichtete er auch gern Deutsch und GSW-Fächer. Mit seiner ruhigen, zugewandten Art war er in den letzten Jahren der ideale Beauftragte für Erziehungsmittel, der sich jeden Freitag Schülerinnen und Schülern annahm, damit aus Sozialkonferenzen keine Klassenkonferenzen wurden und sich ihr Verhalten nachhaltig verbessern konnte.
Wie er dem Kollegium in Erinnerung bleiben würde, wurde dann auf der Bühne deutlich, als in einem über ihn geschriebenen Song sämtliche Lehrkräfte gemeinsam zur Gitarrenbegleitung von Simon Rehse und Oliver Kronhardt sangen: Er war einer, der immer für alle da war und mit seiner Art eine Lücke hinterlassen wird, so dass wir ihn mit einem lachenden und weinenden Auge verabschieden.
Klaus Jesse, bleib, wie du bist, so fit, wertschätzend, vielseitig interessiert, gut gelaunt und lebensfroh! Und komm uns gern jederzeit besuchen, du wirst uns immer in Erinnerung bleiben und immer willkommen sein!